Wie die CPC / CPA Modelle von Google, Facebook und Amazon unsere Margen abschöpfen.

Vor einiger Zeit habe ich von Seth Godin den folgenden Gedanken aufgeschnappt: durch das Bieterverfahren von Google Adwords schöpft Google die Profitmargen aller Beteiligten Unternehmen ab. (Leider weiss ich nicht mehr genau, wo ich diesen Satz von Setz Godin gelesen, oder in welchem Podcast ich das gehört habe.)

Der Gedanke ist sehr einleuchtend!

Bei unveränderbaren Produktkosten und maximalen Marktpreis eines Produktes kalkulieren Unternehmen, die auf CPC oder CPA Basis Werbung schalten, sehr genau, wie hoch der CPC/CPA Preis pro Kunde sein darf, damit noch ausreichend Profit Marge übrig bleibt.

Konkurrierende Unternehmen einer Branche überbieten sich nun gegenseitig bei den CPC Preisen um mehr Klicks und damit mehr Marktanteil zu bekommen. Das treibt die CPC Kosten sukzessive nach oben.

Da ich von Haus aus Volkswirt bin, habe ich ein entsprechendes Diagramm gebaut:

CPC_MargenDiagram

Jedes Unternehmen kann sich ausrechnen, wie viel es für einen Klick und für einen Neukunden zahlen möchte. Ein Klick ist gleichbedeutend mit einem Besucher auf einer Website. Die Conversion eines Websitebesuchers in einen Kunden wiederum darf nicht mehr kosten als die Marge, die bei der Transaktion mit dem Kunden erzielt wird (oder der Lifetime Value des Kunden, je nach Geschäftsmodell). Wenn man die Conversion Rate der eigenen Website kennt, dann kann man sich ausrechnen, wie viele Klicks man sich leisten kann, um entsprechend Kunden zu gewinnen.

Es gibt Branchen, da sind Klickpreise zwischen 40 und 80 Euro durchaus normal. Wie gesagt, da geht es nicht um einen gewonnenen Kunden, sondern nur um einen Besucher der Website. Je nach Conversion Rate der dahinter liegenden Landing Page können die Akquisitionskosten bei diesen Kunden mehrere hundert Euro betragen. (Die Tatsache, dass sich solche Clickpreise rentieren, weist entweder auf hohe Conversion Rates oder hohe Margen dieser Branchen hin.)

 

Je transparenter die Berechnungsmodelle, desto mehr verlieren die Werbetreibenden.

Da sich dieses Modell relativ gut berechnen lässt, werden viele Unternehmen einen CPC bezahlen, der ihnen den größten Marktanteil bei einer akzeptablen Marge bietet.

Das resultiert allerdings darin, dass die gesamte “exzessive” Profitmarge einer Branche in den Taschen der Anbieter dieser Werbeformen wandert.

Früher konnte man den Absatz eines Produktes nicht so konkret auf einen einzelnen Euro Werbebudgeteinsatz zurückführen. Es blieb schwammig. Der Werbetreibende wusste nicht genau, wie viel er einsetzen soll, die Medien wussten nicht genau, wie viel sie kassieren konnten.

Im reinen Online Handel, wo von Werbeschaltung bis zum Kauf alles messbar ist, geben die Werbetreibenden im CPC-Auktionsverfahren den Medien selbst preis, wie viel sie maximal bereit sind, zu zahlen wie viel Marge sie zur Verfügung haben.

Überspitzt formuliert bedeutet diese Entwicklung: Werbebudgets werden durch den Bieterkampf bei den CPC Preisen über kurz oder lang zu Google Adwords Futter.

Kein Wunder, dass Amazon und Facebook in diesem Markt ebenfalls präsenter sein wollen. Beide bieten ebenfalls Auktions-basierte CPC Werbung an. Facebook in Kürze sogar außerhalb der Facebook Plattform, womit sie ähnlich präsent wie Google im gesamten Web sein können. (Mit den zusätzlichen Daten über die persönlichen Profile hat Facebook hier sogar ein echtes Ass im Ärmel – bin gespannt, wie Google darauf reagiert!)

 

Bieten die Anbieter von CPC Modellen keinen weiteren Mehrwert?

Doch, das tun sie. Zumindest solange der maximale CPC noch nicht ausgeschöpft worden ist. Bis zu der Schwelle werden Marktanteile (gemessen in Klicks oder Websitebesuchern) in einem ganz normalen Marktmechanismus verteilt. In dieser Phase verhalten sich die Anbieter von CPC Werbung eher wie der Erfüllungsgehilfe von Adam Smith’s unsichtbarer Hand, die Angebot und Nachfrage zum besten Preis zusammenbringt.

Solange also Bewegung bei den Marktanteilen stattfindet, bietet dieses Verfahren einen Mehrwert, den Unternehmen sicherlich gerne zahlen.

Erst wenn die Schwelle des maximalen CPC in einer Branche erreicht ist, verändert sich etwas. Keiner kann mehr Marktanteile gewinnen. Um Marge zu machen, können nur noch Produktkosten oder Produktpreise angepasst werden.

 

Wie können Unternehmen reagieren?

Im Prinzip gar nicht. Wer nicht am Bieterverfahren teilnimmt, verliert die entsprechenden Websitebesucher. Wer nicht genug bietet, verliert zumindest Anteile am Kuchen.

Unternehmen könnten sich absprechen, gewisse CPC-Schwellenwerte nicht zu überbieten. Aber was, wenn jemand schummelt? Derjenige würde schnell den Ads-Markt in der jeweiligen Branche abräumen.

Durch intransparente Auktionssysteme der Anbieter in einem vom Wettbewerb dominierten Kundenmarkt ergibt sich ein asymmetrisches System, in dem die Anbieter der CPC Werbung immer am längeren Hebel sitzen.

 

 

 

 

 

Auto Konfigurator von Mercedes Benz auf Instagram

Die Idee des Nachbaus einer Website auf Instagram hatte bereits IKEA.

Mercedes Benz geht jetzt noch einen Schritt weiter: eine Fahrzeug-Konfiguration über Instagram. Man klickt sich von einem Feature zum nächsten durch. Ich möchte gar nicht wissen, welchen Entscheidungsbaum die Agentur hier nachbauen musste – und wie viele Instagram Accounts dafür angelegt werden musste, inkl. Profilnamen, Passwörter etc. Eine unglaubliche Arbeit muss das gewesen sein!

 

YouTube Preview Image

 

 

19 kostenlose Digital Strategy Tools

Hervorragende Übersicht 19 kostenloser Tools für die Entwicklung digitaler Strategien, zusammengestellt von Julian Cole:

 


 

Einige kannte ich schon (TopsyGoogle Trends und Keywordplanner), andere noch nicht (Google Customer Journey Planner oder Wiztracker für YouTube Stats)

Lohnt sich, einige davon im Browser (oder anderswo) zu Bookmarken.

 

 

Ikea Website auf Instagram

Diese Idee ist im Prinzip einfach, gleichzeitig geradezu genial.

Die russische Agentur Instinct hat für die Produktserie PS 2014 von IKEA einen Auftritt auf Instagram kreiert, der sich wie eine Website anfühlt.

Das funktioniert allerdings nur in der mobilen Version von Instagram, wo die Fotos in der Galerie eines Profils nahtlos zusammenhängen.

Die Navigation erfolgt über die Tagging Funktion von Instagram. Einmal auf das Bild tippen, dann erscheinen über einzelnen Möbelstücken Tags. Wenn man auf diese Tags tippt, dann wird man zu einem neuen Instagram Profil weitergeleitet, in dem es sich nur um das vertaggte Produkt dreht:

ikea_instagram1   ikea_instagram2   ikea_instagram3

 

Auf solch eine Mechanik muss man erstmal kommen! Ist zwar vom Aufwand her nur bedingt für größere Websites nutzbar, weil man unendlich viele Instagram Profile anlegen müsste, aber als kleine Aktion mit Word-of-Mouth Potential sehr cool!

Hier das obligatorische Case Video dazu:

 

 

Move On – ein Road Movie der Deutschen Telekom.

Vor ca. 1,5 Jahren zeigte die Telekom zusammen mit Thomas D, wie ganz Deutschland gemeinsam ein Musikvideo gestalten kann.

Jetzt geht die Telekom einen Schritt weiter. Mit Move On, einem Film von Asger Leth mit James Bond Bösewicht Mads Mikkelsen, produziert die Telekom einen “User Inspired Road Movie” in 8 Ländern quer durch Europa. Und jeder kann auf der Move On Website etwas zum Film beitragen.

 

Move On ist ein spektakuläres Roadmovie und ein Agententhriller mit starkem Drehbuch und toller Besetzung. Gewinne eine Filmrolle und sei beim Dreh in Berlin dabei. Oder wähle eine von vielen anderen Möglichkeiten, bei Move On mitzuwirken. Komponiere ein Musikstück, lasse dein Haustier als Co-Star glänzen und vieles mehr. Wenn es dein Beitrag schafft, kannst du Move On auf der Premiere in Berlin erleben! Und natürlich wird der Film auch hier und auf Telekom Entertain gezeigt.

 

Natürlich gibt es einen Trailer, der die User dazu auffordert mitzumachen, der in ähnlicher Form auch im TV lief:

 

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Die Aufgaben sind unterschiedlich anspruchsvoll. Teilweise reicht es, ein Bild hochzuladen, teils ist echte schauspielerische oder athletische Leistung gefordert.

 

 

Einige der Aufgaben sind bereits abgeschlossen, viele sind aber noch bis zum 30. Juli zum Mitmachen geöffnet. Es lohnt sich, denn Gewinner, die eine Filmrolle spielen werden, werden zum Set eingeladen und können den Dreh live miterleben.

Der Dreh hat bereits begonnen, die ersten Gewinner waren bereits in Holland am Set. Kitty de la Beche ist als Move On Reporterin unterwegs, hier sind ihre Impressionen vom Dreh in Rotterdam und Amsterdam:

 

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(Zusätzlich twittert und “instagramt” Kitty vom Set.)

Holland war erst der erste Drehort, danach ging es nach Wien. Ab morgen ist das Team in der Slovakai, und vor dort aus geht es durch weitere 5 Länder in Ost- und Mitteleuropa.

Weitere Videos gibt es bei YouTube, regelmäßige News vom Dreh des Road Movies gibt es auf der Move On Website.

 

(Im Sinne der Transparenz und weil es sehr auffällig ist, dass ich hier für ein Projekt Werbung mache: dieser Case ist von DDB Tribal, ich bin Teil des Projektteams.)

 

Carsberg UEFA Video + Advergame

Carlsberg hat sich ein schönes Video für die UEFA ausgedacht. In dem Video wird die Fan Academy der Englischen Nationalmannschaft gezeigt:

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Der gesamte YouTube Channel von Carlsberg UK dreht sich um diese Fan Academy, im Header wird auf die Academy Microsite verlinkt. Nach Facebook Login gibt es erst ein kleines Intro Video, in dem nach altbekannter Manier Fotos, etc. aus dem eigenen Facebook Profil gezeigt werden.

Carlsberg Fan Academy

Auch die Fotos einiger Freunde erscheinen, sowie einige andere Informationen aus dem Facebook Profil.

Carlsberg Fan Academy

Man wird aufgefordert, seine Handy Nummer einzutippen – angeblich erhält man dann einen echten Telefonanruf. Leider kann ich das hier in Deutschland nicht testen…

Carlsberg Fan Academy

Danach kann man kleinere Browsergame Challenges lösen, um im Ranking aufzusteigen. Zum Beispiel gibt es ein Torwand schiessen:

Carlsberg Fan Academy

 

Nett gemachte Kampagne, alles in allem. Wirkt jedoch wie eine Ansammlung aufgewärmter Effekte, die man irgendwann schon mal gesehen hat. Da ist das Video noch am interessantesten.