Infografik: 8 Content Marketing Trends für 2015

Vor ein paar Tagen habe ich als Reaktion auf ein Videointerview mit Amir Kassaei ein wenig über Content Marketing geschrieben, gerade eben erst den Artikel von Thomas Knüwer über Content Marketing gelesen.

Es ist zur Zeit eines der wichtigsten und leider auch oft falsch verstandenen Buzzwords im Marketing.

In der folgenden, gerade gefundenen Infografik listet die Agentur CJG Digitalmarketing 8 Content Marketing Trends für 2015 auf.

Die drei kommerziell wichtigsten Trends in 2015: Content Marketing, Big Data and Marketing Automation, noch vor Mobile Marketing. Andere kommerziell wichtige digitale Marketing Aktivitäten, wie z.B. Paid Search, SEO oder Social Media Marketing sind vermutlich einfach schon zu sehr “Tagesgeschäft” als dass sie als “Trend” gelten können.

Die 8 Content Marketing Trends im Überblick:

  • Content Marketing wird persönlicher und zielgerichteter ausgespielt werden.
  • Paid Placements werden zunehmend Teil von Content Marketing Maßnahmen (e.g. Native Advertising).
  • Marketing Automation Tools werden zunehmend im Content Marketing genutzt werden.
  • Unternehmen werden immer mehr auf professionelle Redakteure für die Content Erstellung setzen.
  • Content Distribution wird wichtig.
  • Content Marketing und Social Media Marketing rücken näher zusammen.
  • Mobile Marketing wird Content Marketing noch stärker pushen.
  • Visual Storytelling wird eine Schlüsseldisziplin im Content Marketing.

 

Hier ist die gesamte Infografik:

 

8-Content-Marketing-Trends-for-2015

 

 

 

Amir Kassaei will bessere Online Werbung. Wer nicht?

Richard Gutjahr hatte zwar bisher nicht genug Zeit, mehr als zwei Beiträge für Krautreporter zu schreiben, aber für ein 20 minütiges Video-Interview mit Amir Kassaei hat’s ja immerhin gereicht.

In diesem Interview erklärt Amir, warum Online Werbung so nervig ist, und was eigentlich wichtig wäre, um Online Werbung nach vorne zu bringen.

 

YouTube Preview Image

 

Außerdem bezeichnet er Big Data und Content Marketing als Bullshit Worte. Big Data wird von Unternehmen noch nicht clever genug genutzt (sehe ich genauso) und Content Marketing gab es schon immer – Werbung wäre auch Content. Letzterem kann ich nicht ganz zustimmen. Natürlich kann man einen 30-Sekunden Werbespot für ein Waschmittel als Content bezeichnen. Und natürlich mussten Werber schon immer auch Storyteller sein. Aber sehr viel Werbung ist einfach nur Müll, auch Offline und auch schon seit vielen Jahrzehnten. Eine “Schweinebauchanzeige” erzählt keine Geschichte. Von solcher Werbung gibt es aber sehr viel da draußen, Online wie Offline.

In meinen Augen hat Content Marketing einen Mehrwert für Nutzer, der über reine Werbeversprechen hinaus geht. Gute Werbung versucht natürlich, sehr relevant für den Nutzer zu sein. Aber letztendlich wird Werbung meistens eine Botschaft transportieren, die das Unternehmen in die Köpfe der Zielgruppe pflanzen will. Die Frage ist immer: was will ich denen mitteilen?

Gutes Content Marketing richtet sich nach dem Informationsbedarf (oder Entertainmentwunsch) der Zielgruppe. In solchen Fällen kann es auch mal sein, dass die Wunschbotschaft der Marke oder des Produktes ein wenig zurückstecken muss, um Platz für die Inhalte zu machen, die Nutzer wirklich interessieren.

Ein (altes) Beispiel ist die komplette Umkrempelung der Schwarzkopf Website in einen Content Marketing Ansatz. Statt direkt Produkte anzupreisen, wird auf der Homepage über Haarstyling, Trendlooks und ähnliches geschrieben.

Insofern glaube ich nicht, dass man Werbung und Content Marketing einfach so gleichstellen kann!

 

 

Happy Birthday – 10 Jahre Web Jungle Blog

10GeburtstagWebJungleBlogZehn Jahre ist heutzutage für ein Blog ein durchaus beachtliches Jubiläum. Es gibt noch nicht sehr viele Blogs, die solch eine Historie vorweisen können.

Insofern bin ich sehr stolz darauf, dass dieses Blog heute seinen 10. Geburtstag feiert. Auch wenn die Postings in letzter Zeit in reduzierter Frequenz stattfanden, ist dieses Blog immer noch mein bevorzugter Kanal, um meine Fundstücke bzgl. Digital Marketing zu zeigen und meine Meinung dazu öffentlich darzulegen.

Ursprünglich formierte dieses Blog für das erste halbe Jahr übrigens unter der URL http://jungleweb.blogspot.de. Das war damals ein erster Test, ob mir das Bloggen überhaupt gefallen würde.

Allerdings stellte sich für mich schnell heraus, dass eine eigene, gehostete Blogversion, sehr viel attraktiver ist. Somit zog das Blog im Oktober 2005 auf die eigene Domain web-jungle.com mit einer WordPress Installation um.

Aus der Leidenschaft zum Bloggen sind dann noch das Netzfischer und das Urlaubsnotizen Blog entstanden, plus einige andere, die ich allerdings nicht mehr befülle.

Seit dem ich mich im Juni 2014 als Berater für digitales Marketing selbständig gemacht habe, sollte man meinen, dass ich fast nichts besseres zu tun hätte, als dieses Blog regelmäßig zu befüllen. Aber die Mär von “selbst” und “ständig” ist nicht ganz falsch. So wird es hier weiterhin eher unregelmäßg Beiträge geben. Am besten ihr abonniert den RSS Feed.

Warum hänge ich dennoch an diesem Blog, auch wenn ich es nur selten befülle? Wenn auch selten genutzt, ist es für mich die einzige Oberfläche, auf der ich meine Meinung und meine Marketing-Netzfundstücke frei veröffentlichen kann. Manchmal ergibt sich daraus sogar eine interessante Diskussion, wenn auch mehr auf Facebook als hier im Blog.

Auch sonst macht es mir einfach Spaß, über die Zeit hinweg solch eine Sammlung von Fundstücken aufzubauen, in der ich immer wieder gerne stöber, und die mit jedem Jahr interessanter und für mich persönlich wertvoller wird!

Daher: auf die nächsten 10 Jahre :)

 

 

 

Facebook reduziert die organische Sichtbarkeit von “werblichen” Postings.

Facebook reduziert nicht nur die organische Sichtbarkeit von Beiträgen generell, sondern verbannt “werbliche” Postings aus den Newsfeeds der Nutzer.

Interessant ist natürlich zum einen die Frage, wie Facebook das im großen Stil durchsetzen will? Ob ein Posting werblich ist oder nicht, kann ein Algorithmus sicherlich nur schwer unterscheiden.

Die andere Frage ist aber viel spannender, nämlich die, was das für Marken auf Facebook bedeutet?

 

Marketing Land hat einige Facebook / Social Media Experten dazu befragt:

 

Jon Loomer, Loomer Digital

One thing is for sure — this is good for users, and that’s Facebook’s primary concern. Long-term, then, marketers should see some positive for them as well since creating a better user experience means continued growth of users on Facebook. More users and more time on site mean more users online to reach (if creating interesting content), more data and more powerful ad targeting.

 

Chad Wittman, Edgerank Checker

this change does improve the user experience in the News Feed. At the end of the day, this is ultimately their goal. If this experience goes to garbage, Facebook will be the one dying. There will always be a marketer willing to advertise somehow on this massive platform.

Das ist sehr richtig. Eine zufriedene und glückliche Nutzerbasis, die regelmäßig viel Zeit auf der Plattform verbringt und fleissig interagiert, ist der zentrale Wert für das Geschäftsmodell von Facebook. Ähnlich wie das Geheimrezept von Coca Cola. Es ist also nur folgerichtig, dass Facebook sich um seine Nutzer kümmert. Geld mit Werbung können sie jederzeit verdienen, solange die Nutzer aktiv sind. Facebook ist dann eben ein wenig mehr wie ein Medienhaus, statt eine Plattform auf der Marken Beziehungen mit Markenfans pflegen können.

Jan Rezab, Social Bakers

Brands with high-quality content and high engagement will still reach their audiences. Red Bull and Harley-Davidson are two of such brands that have successful content strategies. For brands that don’t this will be a sign to re-focus their content. My suggestion would be for brands to act similarly to media companies by posting more and more content that their audiences want to share

Ich persönlich glaube nicht, dass all die Marken, die zur Zeit auf Facebook aktiv sind, in Zukunft dort mit Edel-Inhalten präsent sein werden. Es kostet durchaus Geld und Ressourcen, diese Inhalte zu erstellen: für jedes Posting eine gute Themenidee entwickeln fordert mehr als nur das Sammeln von Inhalten im eigenen Unternehmen. Gute Bildinhalte liegen ebenfalls nicht in unbegrenzter Menge in den meisten Unternehmen bereit, irgendwann kommen also noch Kosten für Foto-Shootings dazu.

 

Nate Elliot, Forrester Research:

If you’re a brand, 98% of your fans won’t see your next Facebook post, and 99.9% won’t engage with that post — and this change will only make matters worse. Every day it becomes more and more clear that Facebook has abandoned social marketing, and is just a place to buy old-fashioned ads.

Die hochqualitativen Inhalte kosten also nicht nur Geld in der Erstellung – sie müssen auch mit Media gepusht werden, wenn man mehr als 2% seiner Fanbasis erreichen will? Dann doch lieber Inhalte für eigene Plattformen entwickeln, z.B. ein Blog oder einen E-Mail Newsletter. Da hat man anfangs auch wenig Sichtbarkeit, aber sehr viel mehr Einfluss auf die Gestaltung der jeweiligen Plattform hinsichtlich Design und Features. Im Falle eines Blogs bleiben die Inhalte sogar längerfristig durch Suchmaschinen auffindbar. Und wenn man schon einen Inhalt auf Facebook mit Media pushen wird, warum dann nicht ein Ad mit Link auf einen Blogpost schalten, statt auf einen Facebook-Post?

 

Wie ich hier schon geschrieben habe, wird sich die Rolle von Facebook ändern. Marken werden weiterhin Werbung schalten (mache ich mit meinem Vanille Shop ja auch), denn die Targeting-Möglichkeiten sind einfach phänomenal. Hier konkurriert Facebook jetzt allerdings wirklich mit normalen Publishern oder Google Adwords.

Der aufwendige Betrieb einer Facebook Fanpage wird jedoch an Bedeutung im Beziehungsmanagement mit den Kunden verlieren. Hier eignen sich E-Mail Newsletter und Blogs sehr viel besser. Vielleicht sogar in Kombination mit Facebook Werbung.

 

 

19 kostenlose Digital Strategy Tools

Hervorragende Übersicht 19 kostenloser Tools für die Entwicklung digitaler Strategien, zusammengestellt von Julian Cole:

 


 

Einige kannte ich schon (TopsyGoogle Trends und Keywordplanner), andere noch nicht (Google Customer Journey Planner oder Wiztracker für YouTube Stats)

Lohnt sich, einige davon im Browser (oder anderswo) zu Bookmarken.

 

 

Content Marketing Matrix

Die Jungs von Smartinsights haben eine, wie ich finde, sehr schlaue Content Marketing Matrix entwickelt. Übrigens schon im Mai 2012, bevor Content Marketing zu einem fürchterlichen Buzzword deformierte.

Ziel war es, alle möglichen Bestandteilen einer Content Marketing Strategie in einem logischen Grid zu verorten.

Die Achsen rangieren zum einen entlang des Sales Funnels von Awareness zu Purchase, andererseits von emotionalen Inhalten hin zu rationalen.

Dadurch ergeben sich vier Quadranten: Entertain, Inspire, Educate und Convince. Alle denkbaren (digitalen) Contentelemente können in diese Quadranten eingeordnet werden.

 

Content Marketing Matrix

 

In einem Punkt ist die Grafik allerdings zu kurz gesprungen. Wenn man Content Marketing begreift, wie Coca Cola es in seinem Video “Content 2020” zeigt, dann fehlt in dieser Content Matrix alles was “Offline” ist – außer Events. Also Printanzeigen, Plakate, TV Spots. Andererseits: Vielleicht spielen die ja wirklich später nur noch eine untergeordnete Rolle?

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: wann braucht man das? Um die Kreation zu inspirieren? Oder um dem ungeordneten Output der Kreation eine Struktur zu geben, die Marketingentscheider verstehen?

Vermutlich eher letzteres – “Postrationalisierung” von Ideen – wenn man sich die Alltag in einer Agentur ansieht. Allenfalls ist die Matrix noch dazu nützlich, Lücken in der Content Marketing Strategie zu identifizieren und nachzubriefen.