Hellmuth Karasek rezensiert den neuen IKEA Katalog

Schöne Idee. Mit 220 Millionen Exemplaren weltweit ist der IKEA Katalog das meistgedruckte Buch aller Zeiten. Nur einer echten literarischen Kritik musste sich dieses Buch noch nie stellen.

“Was fehlt diesem Buch, wenn es ein schöngeister Roman wäre? Die Antwort muss lauten: alles”

Aber, so Karasek: auch einem Buch für Postleitzahlen fehlen spannende Charaktere. Also, ansehen und weiterbilden:

 

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Umsetzung digitaler Ideen und die Affendebatte.

Kreativ-Umsetzung durch Affen?“Auf die kreative Umsetzung kann man im Zweifel auch Affen dressieren”  sagte Alexander Schill, Serviceplan-Kreativchef, auf dem Deutschen Medienkongress im Januar 2015 und trat damit eine “Affendebatte” über den Stellenwert der Umsetzung von Ideen in der deutschen Werbebranche los.

Viele ehemals klassische Werbeagenturen versuchen seit Jahren, digitale Kompetenzen aufzubauen. Dabei betonen sie den hohen Stellenwert der Idee und den geringen Wertbeitrag der Umsetzung.

Das ist im digitalen Umfeld falsch und fahrlässig. Es betont eher die Ahnungslosigkeit dieser Agenturen was die Komplexität einer Umsetzung im digitalen Umfeld betrifft.

 

Nils Wollny, Geschäftsführer Strategie bei SinnerSchrader fasst das in drei Thesen gut zusammen:

1. Ideen sind nichts wert (ohne deren Umsetzung)
2. Kreation ist digitale Ingenieurskunst.
3. Agenturen fehlt das digitale Geschäftsmodell.

 

Eine Printproduktion mag nur wenig Mehrwert zum ursprünglichen Layout des Art Directors hinzufügen. Auch ein linearer TV Spot lässt sich noch halbwegs nachvollziehbar auf Papier in Wort und Bild erläutern.

Gute digitale Ideen leben aber von einem interaktiven Erlebnis. Eine mehrschichtige Nutzungskomplexität von Anwendungen, die nicht nur durch die Idee leben, sondern auch von der Qualität der Umsetzung. Im digitalen Umfeld braucht es neben der Idee ein Verständnis für die Entwicklung einer “Softwareanwendung”.

Das ist neu für viele Agenturen und deswegen ist es kein Wunder, das viele meinen, sie könnten die digitale Umsetzung genauso outsourcen, wie die Produktion von Printanzeigen oder TV Spots. Das bedeutet aber, dass eine digitale Kompetenz nie wirklich in diesen Agenturen Einzug halten wird.

In meinen Augen geht es bei digitaler Kreation nicht nur um die Frage, was die Umsetzung wert ist. Das tiefere Verständnis für Technologie – im digitalen Umfeld die Infrastruktur für Ideen – ermöglicht erst die Findung guter Ideen:

  • Kreative, die kein Verständnis für Technologie haben, können oft nur das replizieren, was sie anderswo bereits umgesetzt gesehen haben.
  • Kreative mit digitalem Know-how (oder gemischte Teams) können Ideen entwickeln, die sich aus einem tieferen Verständnis für Funktionalitäten und Features der digitalen Infrastruktur herleiten.

Insofern gehen Agenturen, die die Umsetzung digitaler Ideen an “Affen” outsourcen, zusätzlich wertvolle Skills und Impulsgeber verloren.

 

 

Happy Birthday – 10 Jahre Web Jungle Blog

10GeburtstagWebJungleBlogZehn Jahre ist heutzutage für ein Blog ein durchaus beachtliches Jubiläum. Es gibt noch nicht sehr viele Blogs, die solch eine Historie vorweisen können.

Insofern bin ich sehr stolz darauf, dass dieses Blog heute seinen 10. Geburtstag feiert. Auch wenn die Postings in letzter Zeit in reduzierter Frequenz stattfanden, ist dieses Blog immer noch mein bevorzugter Kanal, um meine Fundstücke bzgl. Digital Marketing zu zeigen und meine Meinung dazu öffentlich darzulegen.

Ursprünglich formierte dieses Blog für das erste halbe Jahr übrigens unter der URL http://jungleweb.blogspot.de. Das war damals ein erster Test, ob mir das Bloggen überhaupt gefallen würde.

Allerdings stellte sich für mich schnell heraus, dass eine eigene, gehostete Blogversion, sehr viel attraktiver ist. Somit zog das Blog im Oktober 2005 auf die eigene Domain web-jungle.com mit einer WordPress Installation um.

Aus der Leidenschaft zum Bloggen sind dann noch das Netzfischer und das Urlaubsnotizen Blog entstanden, plus einige andere, die ich allerdings nicht mehr befülle.

Seit dem ich mich im Juni 2014 als Berater für digitales Marketing selbständig gemacht habe, sollte man meinen, dass ich fast nichts besseres zu tun hätte, als dieses Blog regelmäßig zu befüllen. Aber die Mär von “selbst” und “ständig” ist nicht ganz falsch. So wird es hier weiterhin eher unregelmäßg Beiträge geben. Am besten ihr abonniert den RSS Feed.

Warum hänge ich dennoch an diesem Blog, auch wenn ich es nur selten befülle? Wenn auch selten genutzt, ist es für mich die einzige Oberfläche, auf der ich meine Meinung und meine Marketing-Netzfundstücke frei veröffentlichen kann. Manchmal ergibt sich daraus sogar eine interessante Diskussion, wenn auch mehr auf Facebook als hier im Blog.

Auch sonst macht es mir einfach Spaß, über die Zeit hinweg solch eine Sammlung von Fundstücken aufzubauen, in der ich immer wieder gerne stöber, und die mit jedem Jahr interessanter und für mich persönlich wertvoller wird!

Daher: auf die nächsten 10 Jahre :)

 

 

 

Auto Konfigurator von Mercedes Benz auf Instagram

Die Idee des Nachbaus einer Website auf Instagram hatte bereits IKEA.

Mercedes Benz geht jetzt noch einen Schritt weiter: eine Fahrzeug-Konfiguration über Instagram. Man klickt sich von einem Feature zum nächsten durch. Ich möchte gar nicht wissen, welchen Entscheidungsbaum die Agentur hier nachbauen musste – und wie viele Instagram Accounts dafür angelegt werden musste, inkl. Profilnamen, Passwörter etc. Eine unglaubliche Arbeit muss das gewesen sein!

 

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Lasse segelt für Vodafone die Mona Lisa in der Ostsee

Es gab in den letzten Jahren immer wieder Momente, in denen ich Kopf schüttelnd eine Online Idee aus der Kreation anhörte und mir dachte: jetzt spinnen die komplett. Wer soll das umsetzen? Haben die das “Big” in “Big Idea” wieder zu wörtlich genommen?

Meist klingt es so: Es soll jemand engagiert werden, der in der Realität irgendwas total Komplexes, Wahnsinniges und quasi Unmögliches unternimmt. Etwas, das das Markenversprechen in atemberaubender Größe einlöst.

Was das mit online zu tun hat? Ist doch klar: Das Projekt wird online dokumentiert. Auf einer Website kann man alles in Echtzeit im Livestream mitverfolgen.

Achja, “social” soll das ganze natürlich auch sein. Jeder soll was beitragen können. Echtzeitdaten sollen auf einer Google Map oder ähnlichem erscheinen.

Unmöglich? Denkt man oft, wenn man so eine Idee präsentiert bekommt. Irgendjemand bei Lukas Lindemann Rosinski hatte so eine Idee. Markenfilm Crossing als Produktionsfirma und Infected als Postproduction waren anscheinend in der Lage, solch einen Irrsinn umzusetzen. Irrsinn im positiven Sinn.

Das Resultat verspricht spektakulär zu werden. Im Rahmen der “#First” Kampagne von Vodafone wird Rollstuhlfahrer Lasse die Mona Lisa mit 40.000 GPS Punkten in der Ostsee segeln.

 

Vodafone Mona Lisa #First

 

Seht ihr? Wer hätte das nicht als komplett verrückte Idee abgestempelt?

Natürlich können Nutzer über die Website Lasse anfeuern. Einen Hashtag – #Rueckenwind – gibt es natürlich auch. In zwei Tagen, am 26. September geht es los.

 

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Kudos und Glückwünsche schon jetzt. Bin gespannt, wie das Resultat auf der Seekarte aussehen wird.