Hellmuth Karasek rezensiert den neuen IKEA Katalog

Schöne Idee. Mit 220 Millionen Exemplaren weltweit ist der IKEA Katalog das meistgedruckte Buch aller Zeiten. Nur einer echten literarischen Kritik musste sich dieses Buch noch nie stellen.

“Was fehlt diesem Buch, wenn es ein schöngeister Roman wäre? Die Antwort muss lauten: alles”

Aber, so Karasek: auch einem Buch für Postleitzahlen fehlen spannende Charaktere. Also, ansehen und weiterbilden:

 

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Digitales Marketing – vom Agenturmodell zur Unternehmensberatung

Erfolgreiche Lösungen für Werbung und Marketing werden immer komplexer. In der Agenturbranche wird heftig über das Geschäftsmodell der Zukunft diskutiert. Wie sollen Agenturen auf die zunehmende Digitalisierung reagieren? Ist Digital einfach nur eine “Infrastruktur” oder verändert sich dadurch tatsächlich das Mediennutzungsverhalten? Was ist in Zukunft entscheidend: die Idee oder die technische Umsetzung?

 

Deloitte Digital Strategy

 

Amir Kassaei, der mal gesagt hat, dass Digital lediglich eine neue Infrastruktur sei, hat ebenso gesagt, dass Kreativität heutzutage bedeutet, Ideen für die Lösung von Business Problemen zu finden. In einem Gastartikel auf Ad Age, bzw. auf Deutsch in der Horizont schreibt Kassaei vier Jahre später, dass die Werbebranche Konkurrenz aus einer ganz neuen Ecke bekommt:

Die Wahrheit ist, dass unsere jetzige aber auch unsere zukünftige Konkurrenz nicht aus der Kommunikationsecke kommt sondern von den Unternehmensberatern wie McKinsey und Technologie-Konzernen wie Google.In dieser Industrie geht es weniger um das Entwickeln von Werbeideen sondern um das Kreieren von Relevanz für all die Produkte, Dienstleistungen und Marken unserer Kunden. [...] Kreativität bedeutet, dass man die intelligentesten und die effektivsten Lösungen für ein bestehendes Marketing- oder Business-Problem seiner Kunden entwickeln kann.

Gerade wenn es um effektive Lösungen für ein Business-Problem geht, ist man bei einer strategischen Unternehmensberatung angelangt.

Und nun wurde von ein paar Tagen ein Artikel über die Beratungsfirma Deloitte veröffentlicht, die genau hierauf seit einiger Zeit eine eigene Antwort hat: Es ist nicht nur die Idee, aber auch nicht nur die Umsetzung – es ist, natürlich: die Strategie.

“Just doing ideation is a dead model,” said Brinker. “If you want to have an impact, you need to do high-level strategy.” The idea is that Deloitte can deliver on those high-level strategy needs, as well as traditional creative and campaign analytics.

Das ist im Prinzip das, was Amir Kassaei vorhergesagt hat. Deloitte scheint in diesem Segment schon ziemlich weit zu sein, so mache Agenturgruppe würde sich über solche Zahlen im digitalen Bereich sehr freuen:

Last year, with the ability to provide everything from strategy to logistics to tax help to agency services, Deloitte Digital did $1.5 billion in revenue. Now four years old, the agency part of the business has 6,000 people globally and sits squarely within Deloitte Consulting…

Auch die anderen Unternehmensberatungen sind in diesem Bereich aktiv:

Accenture has Accenture Interactive (the third-biggest digital agency network after Deloitte and IBM, according to AdAge DataCenter) while McKinsey has also slowly built an agency arm.

Man muss sich also die Frage stellen, wie kreativ eine Unternehmensberatung werde kann – und wie kreativ sie überhaupt werden muss, um Werbeagenturen einen nennenswerten Teil vom Kuchen abzunehmen.

 

Foursquare scheint doch eine solide Strategie zu haben.

Foursquare LogoSeitdem Foursquare seine Dienste in zwei Apps unterteilt hat (Swarm und Foursquare) nutze ich keine der beiden mehr. Wie vermutlich viele habe ich Foursquare bereits abgeschrieben, fragte mich das letzte Jahr seit der Änderung immer wieder, ob sich die Firma von dieser – meiner Meinung nach schlechten strategischen Entscheidung – jemals erholen könne.

Ob die Entscheidung gut oder schlecht war, kann ich noch nicht beurteilen. In einem Interview auf Venturebeat.com kann man jedoch lesen, dass es durchaus eine interessante Strategie hinter dem gesamten Unternehmen gibt. Leider betrifft diese eher die Foursquare App. Es scheint so, als hätte man mit Swarm einfach nur die Spieler extrahieren wollen, um sich auf das ernsthaftere Business mit den Location Tipps zu konzentrieren. Warum beides nicht zugleich machbar war, wissen nur die Strategen bei Foursquare.

 

Das Geschäftsmodell von Foursquare

Eine entscheidende Zielgruppe von Foursquare ist B2B: Unternehmen, die ihre eigenen Services mit den Foursquare Daten aufwerten wollen. Wieder einmal sind Daten das neue Öl. Foursquare lizensiert seine Location-Daten an andere Unternehmen:

we’re doing it with our enterprise offerings, where we’re licensing our data out to the Twitters, the Microsofts, and the Pinterests, and the 80K other developers, and we’re doing it with this entire ad-tech stack … Pinpoint.

Mit Pinpoint können Advertiser auf fremden Plattformen Nutzer mit Hilfe der Location-Daten von Foursquare targeten.

“…a Pinpoint ad looks like any other mobile ad that you’ll see on ESPN, or Deadspin, or Clash of Clans. It’s the same ad unit. It’s just gonna be more specifically targeted at you because “Hey, you were at two airports this month…”

Klingt nach einem riesigen Datenschutzproblem, aber wer weiss schon, was in den AGBs steht. Foursquare scheint also Wege gefunden zu haben, mit seinen Daten Geld zu verdienen. Nur die Nutzerbasis scheint noch zu gering zu sein, gibt der Gründer Dennis Crowley selbst zu. Vielleicht hätte er die beiden Apps doch nicht trennen sollen, dann wäre die Nutzerbasis eventuell schneller gewachsen. Jetzt denkt jeder, Foursquare ist ein zweites Yelp.

 

 

 

E-Mail und Social Media Marketing: eine Infografik

In Zeiten reduzierter Reichweite von Beiträgen in Social Media gewinnen sogenannte “Owned Media”, wie z.b. E-Mail an Bedeutung. David Eicher, Gründer der Webguerillas hat in einem Blogpost (mit dem Motto #ReclaimYourFans) einige interessante Rechenbeispiele dazu aufgemacht, warum es mehr Sinn macht, E-Mail Empfänger oder Blogleser zu gewinnen und mit Inhalten zu versorgen.

Jeder Betreiber einer Facebook Fanpage sollte sich nämlich fragen, ob er sein Budget in die weitere Acquise von z.B. Facebook Fans investiert, oder lieber in die Gewinnung von E-Mail Empfängern. Im Rahmen meines eigenen kleinen Projektes, dem Vanille Shop, ist die Lage klar: wir haben (deutlich) mehr E-Mail Empfänger als Facebook Fans. Die Conversion Rate ist ebenfalls deutlich höher bei unseren E-Mails.

Die folgende Infografik zeigt diverse Statistiken, welche Vorteile E-Mails, bzw. verschiedene Social Media Plattformen mit sich bringen. Die beiden Bereiche werden in Zukunft sicherlich noch enger zusammenwachsen. Es erstaunt mich eh, dass in den meisten Unternehmen immer noch sehr unterschiedliche Abteilungen für zwei Medien sind, die im Rahmen einer ganzheitlichen Kundenbindung auch so behandelt werden sollten: ganzheitlich.

 

E-Mail und Social Media Marketing: Infografik

 

 

Umsetzung digitaler Ideen und die Affendebatte.

Kreativ-Umsetzung durch Affen?“Auf die kreative Umsetzung kann man im Zweifel auch Affen dressieren”  sagte Alexander Schill, Serviceplan-Kreativchef, auf dem Deutschen Medienkongress im Januar 2015 und trat damit eine “Affendebatte” über den Stellenwert der Umsetzung von Ideen in der deutschen Werbebranche los.

Viele ehemals klassische Werbeagenturen versuchen seit Jahren, digitale Kompetenzen aufzubauen. Dabei betonen sie den hohen Stellenwert der Idee und den geringen Wertbeitrag der Umsetzung.

Das ist im digitalen Umfeld falsch und fahrlässig. Es betont eher die Ahnungslosigkeit dieser Agenturen was die Komplexität einer Umsetzung im digitalen Umfeld betrifft.

 

Nils Wollny, Geschäftsführer Strategie bei SinnerSchrader fasst das in drei Thesen gut zusammen:

1. Ideen sind nichts wert (ohne deren Umsetzung)
2. Kreation ist digitale Ingenieurskunst.
3. Agenturen fehlt das digitale Geschäftsmodell.

 

Eine Printproduktion mag nur wenig Mehrwert zum ursprünglichen Layout des Art Directors hinzufügen. Auch ein linearer TV Spot lässt sich noch halbwegs nachvollziehbar auf Papier in Wort und Bild erläutern.

Gute digitale Ideen leben aber von einem interaktiven Erlebnis. Eine mehrschichtige Nutzungskomplexität von Anwendungen, die nicht nur durch die Idee leben, sondern auch von der Qualität der Umsetzung. Im digitalen Umfeld braucht es neben der Idee ein Verständnis für die Entwicklung einer “Softwareanwendung”.

Das ist neu für viele Agenturen und deswegen ist es kein Wunder, das viele meinen, sie könnten die digitale Umsetzung genauso outsourcen, wie die Produktion von Printanzeigen oder TV Spots. Das bedeutet aber, dass eine digitale Kompetenz nie wirklich in diesen Agenturen Einzug halten wird.

In meinen Augen geht es bei digitaler Kreation nicht nur um die Frage, was die Umsetzung wert ist. Das tiefere Verständnis für Technologie – im digitalen Umfeld die Infrastruktur für Ideen – ermöglicht erst die Findung guter Ideen:

  • Kreative, die kein Verständnis für Technologie haben, können oft nur das replizieren, was sie anderswo bereits umgesetzt gesehen haben.
  • Kreative mit digitalem Know-how (oder gemischte Teams) können Ideen entwickeln, die sich aus einem tieferen Verständnis für Funktionalitäten und Features der digitalen Infrastruktur herleiten.

Insofern gehen Agenturen, die die Umsetzung digitaler Ideen an “Affen” outsourcen, zusätzlich wertvolle Skills und Impulsgeber verloren.

 

 

Infografik: 8 Content Marketing Trends für 2015

Vor ein paar Tagen habe ich als Reaktion auf ein Videointerview mit Amir Kassaei ein wenig über Content Marketing geschrieben, gerade eben erst den Artikel von Thomas Knüwer über Content Marketing gelesen.

Es ist zur Zeit eines der wichtigsten und leider auch oft falsch verstandenen Buzzwords im Marketing.

In der folgenden, gerade gefundenen Infografik listet die Agentur CJG Digitalmarketing 8 Content Marketing Trends für 2015 auf.

Die drei kommerziell wichtigsten Trends in 2015: Content Marketing, Big Data and Marketing Automation, noch vor Mobile Marketing. Andere kommerziell wichtige digitale Marketing Aktivitäten, wie z.B. Paid Search, SEO oder Social Media Marketing sind vermutlich einfach schon zu sehr “Tagesgeschäft” als dass sie als “Trend” gelten können.

Die 8 Content Marketing Trends im Überblick:

  • Content Marketing wird persönlicher und zielgerichteter ausgespielt werden.
  • Paid Placements werden zunehmend Teil von Content Marketing Maßnahmen (e.g. Native Advertising).
  • Marketing Automation Tools werden zunehmend im Content Marketing genutzt werden.
  • Unternehmen werden immer mehr auf professionelle Redakteure für die Content Erstellung setzen.
  • Content Distribution wird wichtig.
  • Content Marketing und Social Media Marketing rücken näher zusammen.
  • Mobile Marketing wird Content Marketing noch stärker pushen.
  • Visual Storytelling wird eine Schlüsseldisziplin im Content Marketing.

 

Hier ist die gesamte Infografik:

 

8-Content-Marketing-Trends-for-2015

 

 

 

Typische Agenturcharaktere.

OK, die folgende Infografik ist weder neu (nur von mir neu entdeckt) noch wirklich unbelastet jeglicher Klischees. Im Gegenteil: Es sind nur Klischees. Aber gerade deshalb hat mir die Darstellung ein Schmunzeln entlockt:

 

anatomy-of-an-ad-agency